Hier ein paar Worte über Gedanken-Meisterung und die Möglichkeiten, diese wichtige Voraussetzung für das spirituelle Wachstum zu erreichen.

Wie im Beitrag über Seelenlosigkeit schon erwähnt, scheint diese Epoche der Schöpfung, deren höchste Errungenschaft der analytische, rationale Verstand war, zu Ende zu gehen. Die nächste, zu erreichende Bewußtseins-Stufe wird etwas revolutionär Neues hervorbringen.
Wie dieser Übergang auf globaler Ebene eventuell stattfinden wird, das wäre einmal ein seperates Thema, doch wir können hier nur spekulieren, denn es ist ja noch niemals auf Erden passiert und wurde wahrscheinlich auch noch nirgends im All physisch manifestiert.
Auch nicht in früheren Schöpfungen.
D-a-s ist das revolutionär Neue daran.
Sogar die großen Weisen wagen nur Aussagen über eine bereits entwickelte Supramentale Menschen-Spezies, wie sie aussehen wird, besonders welche Fähigkeiten sie innehalten wird, nicht jedoch über die Art und Weise ihrer Entwicklung.
Das alles klingt wie unglaubliche Science Fiction, wird aber bald eine Normalität auf unserer Erde darstellen, während die vielgelobte Ratio ein Anachronismus sein wird.

Während das Ziel also bekannt ist, liegt dennoch über dem Übergang, jene anstehende Metamorphose, das Tuch des Schweigens, weil es hierzu offenbar keinen festen Schöpfungs-Plan gibt. Es ist in etwa so, als wenn ein Bauherr seinem Architekten und einen Mauerermeister sagt: stellt mir hier eine tolle Villa hin. Das End-Ziel ist klar. Um den Werdeprozeß haben sich der Architekt und der Mauerer zu kümmern.
Nun sind wir Menschen jedoch die Mauerer in diesem Werde-Prozeß unseres eigenen Bewußtseins! Das dürfen wir nie vergessen. Die Art und Weise des Übergangs haben wir selbst in der Hand.

Und wie ein Maurermeister zunächst einmal den Bauplatz sauber räumen muß, um Platz zur Errichtung einer Villa zu erhalten, so müssen wir auch zunächst einmal unser altes Bewußtsein (das mentale Denken) vollständig beherrschen lernen, so vollständig, daß wir es willentlich ausschalten können, um dem NEUEN Platz zu machen.

Das ist nahezu unmöglich, wenn man es nicht lange und konzentriert geübt hat.
Versuche man einmal, ganz bewußt eine Minute lang NICHTS zu denken !!!
Nach 10 Sekunden kommt der erste Gedanke "Ich darf nichts denken!", nach 20 Sekunden schiebt sich die Frage ein "Ist mein Bankkonto immer noch überzogen?", nach 30 Sekunden bemerken wir, daß die große Zehe juckt, "Himmel noch mal, muß das jetzt ausgerechnet passieren?" denken wir … und bemerken erschrocken, daß wir schon wieder denken, nach 40 Sekunden fragen wir uns, warum wir so einen Blödsinn überhaupt anstellen … und nach 50 Sekunden geben wir enttäuscht auf und denken als letzten Groß-Gedanken: "Unmöglich, das geht nicht!!!!!"

Klar läuft das so ab, denn jeder Denker war ein Zeitalter lang der absolute Herrscher über das menschliche Bewußtseins-Konglomerat. Der läßt sich nicht so einfach ent-thronen.
Und wenn dieses jämmerliche vergängliche Zwischenbewußtsein (O-Ton aus dem Yoga) schließlich gar spürt, daß seine Herrschaft durch etwas viel Umfangreicheres und Einsichtigeres ersetzt werden soll, dann bäumt es sich heftig auf, wirft mit Zweifeln uns Spott um sich und wird den Sucher schließlich wieder unter seine Kontrolle bringen, wenn dieser nicht Schritt für Schritt gelernt hat, dieses Alltags-Denken vollkommen abzustellen und zu entleeren.

Es gibt nun mehrere Methoden, den ständig wie ein Endlos-Tonband ratternden Gedankenfluß zu stoppen und innere Stille zu erreichen.

Einige der wirksamsten Techniken sind:

a) Atem-Übungen
Der Meditierende setzt sich im Zimmer vor eine Kerzen-Flamme oder draußen in der Natur auf eine Bank, während des Sonnenuntergangs.
Er konzentriert sich vollständig auf bewußtes Atmen und fühlt, wie durch das Licht der Kerze oder der Sonne beständig Bewußtheits-Licht, Frieden, Reinheit und Freude in sein Wesen eintreten. Das Einatmen füllt sein ganzes Wesen damit an.
Beim Ausatmen konzentriert er sich darauf, daß jeder Gedanke mit dem Ausatmen aus seinem Geist-Körper-System ausgestoßen wird, ebenso jede aufwühlende Emotion, ja jede Regung überhaupt.
In den ersten Tagen wird es bei der bloßen Vorstellung bleiben, aber bei hartnäckiger Übung (jeden Tag mindestens 10 min. früh und abends) wird nach ein paar Wochen schon die erste tiefe Stille erreicht werden können.

b) Die Konzentration auf das Herz-Chakra
Wer mit der ersten Übung lange Zeit keinen Erfolg hat, der lasse bitte seine störenden Gedanken einfach im Gehirn weiter vor sich hin-spuken.
Er konzentriere sich statt dessen nur noch auf die Mitte der Brust und möge fühlen, daß bei konzentriertem Atmen das LICHT direkt in die Mitte der Brust eintritt, während beim Ausatmen, alles Dunkle sein Wesen verläßt.
Die Gedanken mögen weiterhin im Kopf vor sich hinplappern, ja sogar noch heftiger, denn sie schreien um Aufmerksamkeit, wenn man sie nicht beachtet.
Dennoch muß man hier durchhalten. Irgendwann spürt der Denk-Apperat, daß seine Zeit vorbei ist und daß er nicht mehr die alte Beachtung erfährt. Dann werden die Gedanken-Wülste langsam weniger und schließlich verstummen sie irgendwann, wenn man nur ausdauernd genug den Herz-Bereich mit Energie füttert.

c) Intensiv Sport treiben und Duschen
Manchmal nützt ein extrem langer und heftiger Dauerlauf sehr viel, denn er bringt viel Sauerstoff ins Blut und sorgt für körperliche Ausgeglichenheit. Ein langes Duschen danach läßt das Wasser den Gedanken-Müll einfach abspülen. Das ist kein Unsinn, es funktioniert wirklich. Einfach probieren.

d) Mantras singen Man gehe im Wald spazieren und singe laut und mindestens 10 min. lang OOOMMMM. Natürlich nicht allzu laut, wenn viele Menschen unterwegs sind, die sich sonst doch etwas wundern würden.
Wenn man dabei fühlt, daß dieses alte Mantra die Zellsubstanz des Körpers zu durchfluten beginnt, werden die Gedanken schlagartig weniger. Bei öfterer Übung, verschwinden sie ganz.

Wer diese völlige innere Stille zum ersten Mal erlebt, erschrickt fast, so ein unglaubliches Erlebnis ist es. Man spürt sich selbst zum ersten Mal ganzheitlich in seiner wahren Wesens-Tiefe. Dabei kann man sich sogar mitten in einer Großstadt aufhalten, völlig egal. Man wird selbst zur manifestierten Stille.
Und man will niemals mehr missen, diesen Zustand willentlich erreichen zu können.

In dieser Stille geschehen dann wahre Wunder.
Bei mir blühen z.B. alle musikalischen Inspirationen als Komponist in dieser Stille auf, wenn gleichzeitig das Agni zu fließen beginnt. Man sieht oder fühlt oder empfindet Symbole, eine ungeheuerliche Fülle, die diese Leere zu beleben beginnt und wesentlich mehr Realität in sich trägt, als die von den Sinnen stammende Welt der äußeren Empfindungen.
Und - vielleicht das Wichtigste - man wird sich seiner eigenen Schöpfer-Kraft sehr bewußt, die jenseits aller Polaritäten dieser Welt liegt, ja sogar jenseits der uns auferlegten Trennungs-Dualität. Der Mensch beginnt nun, seine Seele erblühen zu lassen.
Diese Leere ist dann der Ausgangs-Punkt für eine grandiose Entdeckungs-Reise in das eigene Bewußtsein. Diese Entdeckungen sind spannender und abenteuerlicher, als alles andere, was die physische Welt so bietet. Das behaupte ich als jemand, der liebend gerne in der faszinierenden Landschaft der Hocharktis wanderte.
Aber es ist wirklich wahr.
Wenn man bewußt die einzelnen Schichten seines Wesens durchforscht, sie kennen und beherrschen lernt, dann wächst auch ein großes Verstehen all der globalen und kosmischen Entwicklungen. Die großen Fragezeichen des Lebens beginnen sich in Ausrufungszeichen zu verwandeln.
Und je tiefer man schürft, desto srahlender werden seltsamerweise auch die Diamanten an Erkenntnissen, die in diesem bodenlosen Abgrund plötzlich zum Vorschein kommen.

Aber es gibt auch gefahrvolle Begegnungen dort unten in den Tiefen; nicht alles ist Zuckerlecken, ehrlich gesagt, sogar das Wenigste…
Man wird schonungslos und beständig vor seinen eigenen Spiegel gestellt, wenn sich die eigenen Selbst-Lügen und Bosheiten präsentieren. Oft genug haben sie sogar schon Resonanz zu Wesenhaftigkeiten im Äußeren gefunden, die neue Energie in die eigene Schatten-Stelle einfließen lassen.
Dann mag es einem zwar gelingen, eine Boshaftigkeit im Inneren zu besiegen bzw. zu transformieren, aber einen Tag später ist sie von neuem anwesend und will beachtet werden. Es ist manchmal ein zähes Ringen, das einen aber immer weiter zu seinem wahren, ewigen Wesens-Kern, dem absolut unvergänglichen Seelischen Wesen führt, welches von Zeitalter zu Zeitalter, von Inkarnation zu Inkarnation reift und wächst und die Göttliche Fülle als wärmendes Feuer von Innen heraus lodern läßt.

An dieser Stelle sind alle Worte sowieso schlichter Schwachsinn, weil sie alle Wirklichkeit nur verfälschen können. Sie können nur inspirieren, sich unbedingt auf diese Suche zu begeben.

In unserer Zeit der Wandlung sollten immer mehr Menschen ihre eigenen Tiefen entschleiern und darin ihr wahres Wesen finden.
Der plappernde Verstand kann hierzu höchstens ein brauchbarer Diener sein, dazu geschaffen, um in der äußeren Welt agieren zu können. Aber er ist bei der eigenen Entwicklungs-Reise keine Hilfe oder gar ein Führer. Dazu ist er nicht geschaffen.

Wer die innere Leere einmal bewußt erreicht hat, verändert sich von da an unaufhörlich, denn er kommt mit Begebenheiten und Einsichten in Resonanz, die er zuvor nicht mal im Traum hätte anrühren wollen.
Doch nun ist es kein Traum mehr, sondern physische Lebens-Realität, und darauf kommt es letztlich an.

Man sollte solche subtilen inneren Erfahrungen und Werde-Prozesse übrigens nicht profanen Menschen berichten, die damit nichts anzufangen wissen und jeden Satz herablassend belächeln würden.
Dies würde bedeuten, die Perlen vor die Säue zu werfen, und es würde enorm schwächen.

Parzzival